Wenn es um regenerative Landwirtschaft, Das Weingut Vergenoegd Löw in der Nähe von Somerset West hat alles im Griff: und die “Enten” beschränken sich keineswegs nur auf das berühmte Indische Laufenten die mit dem Anwesen in Verbindung stehen.
Von verantwortungsvollem Wasserverbrauch und Recycling bis hin zu minimalistischen, biologisch abbaubaren Verpackungen wurde alles Mögliche unternommen, um die Auswirkungen von Mensch und Maschine auf den Bauernhof zu minimieren. Tatsächlich wird das Anwesen heute als Teil eines einzigartigen, naturnah gestalteten Ökosystems verstanden.
Vergenoegd Löw verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz: nachhaltige Landwirtschaft und regenerative Methoden. Ausgangspunkt war eine detaillierte Bodenanalyse, um genau zu bestimmen, welche Rebsorte auf welchem Teil des Hofes mit seinem einzigartigen Mikroklima und den vorherrschenden Winden am besten gedeiht. Anschließend wurden nur die gesündesten Jungreben gepflanzt, ergänzt durch Gründüngung zwischen den Rebzeilen, um die Biodiversität zu fördern und Mikroorganismen anzulocken. Diese Mikroorganismen wiederum reichern den Boden an und lockern ihn auf.
Der Laufenten Die Enten – die Corius Visser, Geschäftsführer von Vergenoegd Löw, als die “Soldaten” des Hofes bezeichnet – sind ein wichtiger Bestandteil der nachhaltigen Landwirtschaft auf dem Weingut. “Die Enten sind damit beschäftigt, in den Weinbergen nach Futter zu suchen”, sagt er. “Dank ihrer langen Hälse können sie Würmer, Schnecken und Insekten auch in großer Höhe erreichen, sodass die Reben nicht mit schädlichen Chemikalien besprüht werden müssen. Ihr Kot düngt zudem den Boden und die Reben, ganz wie es der frühere Besitzer des Hofes, John Faure, vor vier Jahrzehnten geplant hatte. Er leitet noch heute das Zuchtprogramm.”

Im Einklang mit der Natur: Indische Laufenten schlängeln sich durch Vergenoegd Löw und zeigen einen nachhaltigen Weg vom Herrenhaus zu den Weinbergen, wo jeder Schritt zählt.
Laut Faure wurden die Laufenten ursprünglich im Osten gezüchtet, um die Reisfelder schädlingsfrei zu halten. Er erklärt, dass diese Enten nicht fliegen und nur selten Nester bauen und ihre Eier selbst ausbrüten; oft lassen sie ihre Eier einfach dort fallen, wo sie gerade sind. Die Enten stehen aufrecht wie Pinguine und laufen, anstatt zu watscheln. Die Weibchen legen in der Regel mehr als 300 Eier pro Jahr, die während der sechsmonatigen Legezeit im Restaurant Geuwels des Anwesens zum Frühstück bestellt werden können.
Doch es gibt auch einen neuen “Jungen” auf dem Hof. Dexterrinder wurden kürzlich eingeführt, ihre Hauptaufgabe ist die Unkrautbekämpfung. Corius erklärt: “Dexterrinder passen perfekt zu unserem Hof. Sie sind kleiner und leichter als andere Rassen und verdichten daher den Boden nicht. Sie fressen buchstäblich alles Grüne, einschließlich Unkraut, und düngen – ähnlich wie die Laufenten – die Weinberge mit ihrem Mist.”
Darüber hinaus weisen Dexters einen hohen Anteil an verkaufsfähigem, gut marmoriertem Fleisch auf. “Dexters haben im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht einen deutlich größeren Rib-Eye-Muskel als die meisten anderen Rassen”, erklärt Corius. Der Rib-Eye-Muskel, einer der größten Muskeln des Schlachtkörpers, erstreckt sich über die gesamte Rückenlänge und korreliert stark mit der Gesamtmuskelmasse des Schlachtkörpers, was einem höheren Anteil an verkaufsfähigem Fleisch entspricht. Das Fleisch ist zudem sehr zart und hat eine ausgezeichnete Textur.”
Corius' Vision ist es, einen Markt für das Fleisch zu schaffen und eine Marke ähnlich der von Wagyu zu etablieren. ’Die Verbraucher sollen wissen, dass sie zertifiziertes Dexter-Fleisch kaufen. Auf den Speisekarten der Restaurants des Anwesens wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich bei den Rindfleischstücken um Dexter-Fleisch handelt. Auch die Milch der Dexter-Kühe ist etwas Besonderes: Sie ist für Menschen mit Laktoseintoleranz geeignet“, so Corius.
Die Rasse ist zudem robust und anpassungsfähig. “Die Dexter-Rinder stammen aus dem Süden und Südwesten Irlands, wo sie in relativ unberührten Bergregionen umherstreiften und dabei ihre nicht-selektiven Fressgewohnheiten und ihre Ausdauer entwickelten. Sie kommen sowohl mit trockenen als auch mit feuchten Bedingungen gut zurecht. Im Winter beispielsweise entwickeln sie ein dickeres Fell, um sich vor der Kälte zu schützen”, erklärt Corius.
Sie sind zudem gutmütig und daher leicht zu handhaben. “Meine Frau hat mich allerdings inständig gebeten, ihnen keine Namen zu geben, da sie sonst unmöglich ‘Saras’ oder ‘Billys’ Fleisch essen könnte”, lacht er.
Corius versteht nachhaltige Landwirtschaft als einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem Strategie und Betriebsabläufe so gestaltet werden, dass die Belastung der Ressourcen minimiert wird. “Dies erreichen wir, indem wir jeden Aspekt des Unternehmens auf finanzielle Stabilität und Effizienz ausrichten und so ein harmonisches Zusammenspiel von Mensch und Natur gewährleisten. Das ist unser oberstes Ziel bei allem, was wir bei Vergenoegd Löw tun”, so sein Fazit.